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Eine Woche am "Hot Dog" Stand

09. August 2015 von Merlin Iffland Pappert (Kommentare: )

Eine Woche am "Hot Dog" Stand

Erschöpft aber glücklich - eine perfekte Woche

 

Montag morgen, müde und verschlafen steige ich aus dem Auto und betrete den Parkplatz. Der erste Blick wandert in Richtung Bäcker… am besten erst mal einen Kaffee!

Schwerfälligen Ganges versuche ich mich zu motivieren und starte Schritt für Schritt mit dem Aufbau, der noch etwas schleppend voran geht. Zwei Marktmitarbeiter betreten meinen Hotdog-Stand, wir stellen uns freundlich vor. Immer noch leicht benommen vor Müdigkeit erkläre ich ihnen, was es zu beachten gibt und wie der Tag verlaufen wird.

Glücklicherweise erfüllen allmählich die ersten Boxen ihre Dienste und Musik ertönt. Ich bemerke, wie meine Bewegungen schneller werden und ich erwische mich selbst dabei, wie ich unbewusst vor mich hin singe. Scheinbar zeigt der Kaffee Wirkung! Plötzlich erklingt eine Stimme, „alle Mitarbeiter treffen sich vor dem Truck“. Na gut, dann wollen wir mal. Die Mitarbeiter stehen gemeinsam in einem Kreis und es erfolgt eine Ansprache, die mir wieder bewusst werden lässt, warum ich hier bin. Dieses Gemeinschaftsgefühl bereitet mir eine Gänsehaut, die Vorfreude auf einen schönen und ereignisreichen Tag erstickt jegliche Restmüdigkeit im Keim. Ich fühle mich gewappnet mein Bestes zu geben. Ich habe BOCK auf diesen Tag!

Nach der Einstiegsshow flitze ich zurück in meinen Stand, links und rechts von mir meine Mitarbeiter, ich lege die Arme um sie und sage ihnen, dass ich vorhin den wichtigsten Teil der Einführung vergessen habe: „Wir arbeiten hier nicht nur, sondern wir haben hier einen geilen Tag! Mir ist wichtig, dass ihr Spaß habt, dann läuft der Rest von ganz alleine“. An ihren Blicken erkenne ich, ihnen das gleiche Gefühl vermittelt zu haben, was ich zuvor gespürt hatte.

Ab diesem Zeitpunkt nahm die perfekte Woche ihren Lauf…

 

…Freitag Abend, erschöpft sitze ich im Auto und fahre in Richtung Heimat, die Beine brennen, der Körper kann nicht mehr verschweigen, was er die Woche geleistet hat, aber ich fühle mich gut!Nein, nicht nur gut, ich fühle mich richtig gut, ich bin glücklich, weil ich auf eine Woche zurück blicken kann, mit Momenten und Emotionen, die einem keiner mehr nehmen kann.

Die Erinnerung an die Gesichter glücklicher Kunden, weil man sie mit einem lächeln oder auch mal mit einem flapsigen Spruch empfangen hat. Die glücklichen Augen von Kindern, die mit uns im Regen tanzen oder erwartungsvoll dem Bonbonregen entgegenfiebern. In der Menge zu stehen und sich bewusst zu werden, dass man hier eigentlich doch arbeitet, sich in seinem Verhalten aber nicht von den erstaunten Kunden unterscheidet, während aus einem Ei, einer Pfanne und einer brennenden Keule jonglierend ein Spiegelei wird. Dieses Gefühl, in einem Team zu arbeiten, dass einem jeden Morgen aufs neue die Motivation gibt, Vollgas zu geben. Zu wissen, wie viel man in dieser Woche von seinen Kollegen wieder mitgenommen hat und sich sicher zu sein, dass man diese Arbeit mag, weil es sich nicht anfühlt wie Arbeit, sondern wie ein Fest, das jeden Tag aufs neue Beginnt.

 

Und nun, gute Nacht.

 

Nils alias Dean

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